Blogreihe – Future-Recruiting

Neue Mitarbeiter für sein Unternehmen zu gewinnen ist nicht mehr so einfach, wie es einmal war. Recruiting ist in der Zeit der Digitalisierung mit immer mehr Recherche- und Zeitaufwand verbunden. Teilweise reichen auch modernere Methoden schon nicht mehr aus, um Positionen passend zu besetzen. So stoßen auch Unternehmen, die bereits Instrumente wie Active Sourcing verwenden, in manchen Fällen an ihre Grenzen. Der IT-Consultant, der in der letzten Woche schon drei Mal von Recruitern angesprochen wurde, ob er nicht seinen Job wechseln möchte, ist auch einige Wochen später noch zufrieden in seinem aktuellen Unternehmen. Auch passende Kandidaten, die über Karrierenetzwerke wie Xing oder LinkedIn angeschrieben werden, melden sich nicht immer zurück. Besonders bei Positionen in der IT- oder Beratungsbranche ist die Rücklaufquote sehr gering.
Mit dieser Problematik sowie mit neuen und innovativen Lösungsmethoden beschäftigt sich diese wöchentliche Blogreihe. Hier sind einige erste Beispiele und Einblicke in die Inhalte der nächsten Wochen.

Mobile Recruiting – Apps

Mittlerweile gibt es alles als App für das Smartphone – Spiele spielt man schon seit Jahren auf dem Handy, viele kaufen neue und verkaufen alte Sachen über Apps, die Bankangelegenheiten werden auch direkt über Bankingapps erledigt und die Partnersuche muss auch nicht mehr nur vor der Tür geschehen. Warum sollten Unternehmen also nicht ihre offenen Stellen über Apps besetzen?
Einige Apps gibt es schon in den App Stores.
Die App truffls beispielsweise funktioniert wie Tinder, nur für Jobs. Der Bewerber wischt interessante Jobs zur einen und uninteressante Jobs zur anderen Seite und die App übermittelt das Profil des Bewerbers automatisch an das Unternehmen, wenn er Interesse zeigt.
Eine weitere App, die viel für Bewerber sowie auch für Unternehmen bietet, ist Talentcube. Für Unternehmen ist hier Employer Branding ein wichtiges Stichwort, da die Entwickler mit einem innovativen Bewerbungsverfahren werben, das Unternehmen bei den Bewerbern gut ankommen lässt. Für Bewerber gibt es die Möglichkeit, ein eigenes Bewerberprofil anzulegen und sich per Video auf interessante Jobs zu bewerben. Das oft gefürchtete Anschreiben fällt also weg.
Auch soziale Netze wie Facebook und Instagram können zu Recruitingzwecken genutzt werden, indem Recruiter Werbeanzeigen für offene Stellen schalten.
Schließlich gibt es erste unternehmenseigene Recruitingapps von großen Arbeitgebern wie beispielsweise der Telekom, Daimler oder Bayer, die als Alternative zur Karriereseite des Unternehmens bestehen.

Das Unternehmen und seine Mitarbeiter – Cultural Fit und Employer Branding

Von Bewerberseite zeichnet sich in den letzten Jahren ein deutlicher Trend ab – die Menschen möchten nicht nur Spaß an ihrem Job, sondern auch Spaß am Unternehmen haben. Firmen wie Google und Facebook haben mit ihren umfangreichen Angeboten für ihre Mitarbeiter deutlich vorgelegt. Employer Branding ist hier das Stichwort – Unternehmen wollen ihren Mitarbeitern etwas bieten und als attraktiver Arbeitgeber bekannt werden. Neben mittlerweile bekannten Benefits wie Getränken oder einem Kickertisch im Büro gibt es in immer mehr Firmen zum Beispiel größere Firmenevents, bei denen den Mitarbeitern von Essen bis Unterhaltung viel geboten wird.
Andersherum wird es für Unternehmen dadurch immer wichtiger, dass potenzielle Mitarbeiter in das bestehende Team passen, hier ist das Stichwort Cultural Fit. Unternehmen suchen hierfür teilweise auf Veranstaltungen nach Bewerbern, die primär nichts mit Recruiting zu tun haben. Sucht ein Unternehmen einen Teamplayer, finden sich möglicherweise auf Sportveranstaltungen die passenden Kandidaten; sucht es nach einem Mitarbeiter, der eine hohe Risikobereitschaft mitbringt, kommen beispielsweise Pokerturniere in Frage.
Im Gegensatz dazu gibt es für die Suche nach Hard Skills zum Beispiel die Möglichkeit, online in Fachforen nach passenden Bewerbern zu suchen. Diese Option bietet sich besonders für den MINT-Bereich an.

Künstliche und menschliche Intelligenz

Künstliche Intelligenz ist mittlerweile in vielen Lebensbereichen zum Thema geworden. Auch im Recruiting werden erste neue Methoden eingesetzt, wie zum Beispiel Chatbots, die die erste Kontaktaufnahme mit dem Bewerber übernehmen und die fachliche Qualifikation mit gezielten Fragen überprüfen. Hier stellt sich natürlich die Frage, ob diese Systeme schon weit genug entwickelt sind, um sich auf sie zu verlassen.
Ausschließlich menschliche Intelligenz wird bei Events wie sogenannten „Hackathons“ gefordert. Unternehmen stellen Interessenten eine Herausforderung, beispielsweise eine bestimmte Website oder ein Programm zu hacken und durch die Lösung dieser Herausforderung können die Teilnehmer Sachpreise oder Anderes gewinnen. Hierbei liegt es natürlich nahe, dass Unternehmen ein großes Interesse an den Kandidaten, die die Herausforderung meistern konnten, haben und solche Events zu auch Recruitigzwecken nutzen.
Eine ähnliche Möglichkeit, die sich in der Informatik anbietet, ist die Verschlüsselung einer Stellenanzeige in einen Quellcode. Der Bewerber muss zunächst den Code entschlüsseln, bevor er sich überhaupt bewerben kann.

Das sind unter Anderem die Themen der kommenden Blogserie. Sind die neuen Entwicklungen Fluch oder Segen? Erleichtern sie die Arbeit oder müssen Recruiter sich neu orientieren?

 

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