Future Recruiting – Künstliche Intelligenz

Das Thema künstliche Intelligenz ist mittlerweile nicht mehr zu vermeiden – weder im privaten noch im Berufsleben. Es ist für uns normal geworden, Alexa unsere Lieblingsmusik abspielen zu lassen oder Siri zu sagen, sie soll unsere beste Freundin anrufen. Genauso nutzen wir in Onlineshops Chatbots, um uns Fragen zu den Produkten beantworten zu lassen.
In der Medizin erleichtern Roboter den Chirurgen die Arbeit, da sie beispielsweise in der Lage sind, kleine Schnitte wesentlich präziser zu setzen als ein Mensch. Auch in der Industrie ist künstliche Intelligenz nicht mehr wegzudenken. Besonders bei gesundheitsschädlichen Aufgaben oder Aufgaben mit häufigen Unfällen wie dem Schweißen oder Lackieren erleichtern Roboterarme die Arbeit enorm.
Warum sollte Künstliche Intelligenz also eigentlich nicht auch im Recruiting eingesetzt werden? Den aktuellen Stand und die möglichen Einsatzgebiete mit ihren Vor- und Nachteilen stellt dieser Blogbeitrag vor.

Was ist eigentlich künstliche Intelligenz?

Künstliche Intelligenz (KI) gehört zum Themengebiet der Informatik und beschäftigt sich mit der Automatisierung von Maschinen. Das Ziel ist, der Maschine beizubringen, eigenständige Entscheidungen zu treffen und eigenständig zu handeln. Der Bereich entwickelt sich stetig weiter, da künstliche Intelligenz eng mit der Erforschung des menschlichen Denkens zusammenhängt. Eine intelligente, „menschliche“ Maschine kann nur dann entwickelt werden, wenn ein detailliertes Verständnis über das menschliche Denken vorhanden ist. Neurologie, Psychologie und künstliche Intelligenz hängen daher in ihrer Forschung häufig zusammen.
Wie schon in der Einleitung erwähnt, begleitet uns künstliche Intelligenz schon seit einiger Zeit im Alltag, und nicht erst, seit Alexa im Wohnzimmer steht oder Siri unsere Freunde anrufen kann. Sobald wir ein Spiel gegen einen Computer spielen, zum Beispiel Schach, haben wir es mit künstlicher Intelligenz zu tun. In der Industrie bedeutet KI schon lange eine Arbeitserleichterung und wird stetig in unterschiedlichsten Bereichen weiterentwickelt.

KI und Recruiting – Theorie und Praxis

Auch im Recruiting ist künstliche Intelligenz seit einiger Zeit ein Thema. Das Automatisieren von Bewerbungsprozessen verspricht eine große Zeitersparnis und durch den Einsatz von KI soll eine bessere Vorauswahl der Kandidaten ermöglicht werden.
Durch künstliche Intelligenz im Recruiting ergibt sich die Möglichkeit, einer Software die Auswertung von Kandidatenprofilen zu überlassen. Sie kann die Fähigkeiten und Lebensläufe beurteilen sowie im weiter fortgeschrittenen Prozess Eingangsinterwiews führen und Assessments auswerten. Weiterhin entsteht durch Big Data-Analysen die Möglichkeit, eine schnelle Prognose über die Eignung des Kandidaten zu erstellen. Vor dem eigentlichen Bewerbungsprozess kann künstliche Intelligenz schon die Klassifizierung von Stellenanzeigen übernehmen, um die Reichweite zu erhöhen.
In der Praxis sind schon erste Softwares im Einsatz. Unternehmen wie Pepsi und IKEA nutzen die Software Vera, um das Recruiting zu vereinfachen. Sie wurde vom russischen Start Up Strafory entwickelt. Vera sucht passende Kandidaten auf entsprechenden Plattformen, trifft eine Vorauswahl der Bewerber, bietet Interviews per Video Chat oder Telefon an und kann Fragen der Bewerber beantworten. Sie ist für Stellen wie beispielsweise Sachbearbeiter, Bauarbeiter oder Kellner ausgelegt. Matilda ist eine andere KI-Software, die für Vertriebspositionen ausgelegt ist und an der Universität in Melbourne entwickelt wurde. Sie ist mit einem Katalog von 76 Fragen ausgerüstet und kann nach Auslesen der Bewerbungsunterlagen 25-minütige Bewerbungsgespräche führen.
Künstliche Intelligenz ist darauf ausgelegt, sich selbst weiterzuentwickeln, daher lernen beide Systeme von Bewerber zu Bewerber dazu.

KI und Recruiting – Vor- und Nachteile

Wie bei jeder neuen Entwicklung gibt es natürlich auch bei künstlicher Intelligenz im Recruiting Vor- und Nachteile.
Die Vorteile sind recht offensichtlich. Eine Software ist neutral und objektiv in der Auswahl der Bewerber und lernt im Fall von KI bei jeder Bewerbung dazu, genau wie menschliche Recruiter. KI wird nicht krank oder ist mal zu müde für die Arbeit, weiterhin diskriminiert sie niemanden und trifft keine Bauchentscheidungen. Für Recruiter bedeutet das eine enorme Zeitersparnis und im Vorgang der Bewerbung mehr Flexibilität – denn durch KI besteht die Möglichkeit, Bewerbungsgespräche zu jeder Tages- und Nachtzeit sowie in jeder beliebigen Sprache zu führen, was zum Beispiel bei einer Bewerbung aus einem Land in einer anderen Zeitzone relevant wird.
Aber soll eine so zukunftsweisende Entscheidung wie die Einstellung neuer Mitarbeiter wirklich in die Hände eines Roboters gelegt werden? Eine Software ist darauf programmiert, immer nach bestimmten Punkten bei einem Bewerber zu suchen, die entweder als positiv oder als negativ deklariert werden. Zwischenmenschlichkeit ist bei Einsatz von KI nicht vorhanden, wodurch Soft Skills und das Thema Cultural Fit im Bewerbungsprozess viel zu kurz kommen. In der Entscheidungsweise ist KI also sehr unflexibel, es kann dazu kommen, dass immer die gleiche Art von Bewerbern eingestellt wird. Dadurch geht die Individualität des Teams verloren. Weiterhin ist noch unklar, inwieweit Datenschutz bei KI eine Rolle spielt. Dürfen Daten von früheren Bewerbern gespeichert und von der Software genutzt werden, um sich weiterzuentwickeln?

Ein Ausblick in die Zukunft

Wie die Gegenüberstellung der Vor- und Nachteile gezeigt hat, ist künstliche Intelligenz im Recruiting nicht nur positiv zu sehen – Stichwort Zwischenmenschlichkeit und Datenschutz – bringt aber dennoch eine große Zahl an Vorteilen mit sich, wie zum Beispiel mehr Flexibilität und mehr Objektivität in der Auswahl der Bewerber.
Die Verwendung von künstlicher Intelligenz im Recruiting steht jedoch aktuell noch am Anfang der Entwicklung.
Die Frage ist, inwiefern und auch wie schnell es möglich ist, künstliche Intelligenz so weiterzuentwickeln, dass sie einen wirklichen Nutzen für das Recruiting bedeutet. Aktuell ist KI eher als zusätzliche Hilfe für Recruiter anzusehen, kann aber auf keinen Fall einen menschlichen Recruiter ersetzen.
Sicher ist jedoch, dass das Wissen und Können der Bewerber immer früher im Bewerbungsprozess abgefragt wird und diese ersten Aufgaben schon jetzt häufig von künstlicher Intelligenz übernommen werden.

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