Future Recruiting – Blockchains

Seit den letzten Monaten ist der Begriff Blockchain für viele kein Fremdwort mehr. Als Grundlage für Kryptowährungen wie Bitcoin wurden Blockchains als Authentifizierungsmethode für Transaktionen jeglicher Art entwickelt. Man kann eine Blockchain als dezentralisierte Technologieplattform verstehen, über die man Informationen jeglicher Art speichern, verwalten und transferieren kann. Durch diese Möglichkeiten sind Blockchains auch für den HR-Bereich interessant geworden. Authentifizierungen werden dort aktuell durch öffentliche Verwaltungen, Banken oder Unis kostenpflichtig durchgeführt. Durch die Blockchaintechnologie besteht die Möglichkeit, die Identität und Vertrauenswürdigkeit von Kandidaten mit dieser Technologie zu überprüfen.

Was genau ist eine Blockchain?

Blockchain bedeutet auf Deutsch übersetzt nichts anderes als Blockkette. Sie lässt sich kompakt als riesige Datenbank definieren, die sich nicht mehr wie aktuell zentral auf riesigen Serverfarmen befindet, sondern dezentral auf den Rechnern der User weltweit. Ist ein Rechner Teil einer Blockchain, bietet er Rechenleistung an und kann dadurch alle Funktionen der Blockchain nutzen. Die Blockchain wird chronologisch linear erweitert und lässt sich mit einer Kette vergleichen, an deren Ende stetig neue Elemente hinzugefügt werden. Sobald ein Block vollständig ist, wird der nächste generiert. Jeder neue Block befindet sich auf neuen Rechnern und enthält wiederum eine Prüfsumme des vorherigen Blocks.
Die Folge daraus ist, dass es nahezu unmöglich ist, Informationen in einer Blockchain zu verfälschen oder eine Blockchain zu hacken. Dazu müsste nämlich jeder Rechner, der Teil der Blockchain ist, ungefähr zur gleichen Zeit gehackt werden. Durch Blockchains ist es also möglich, eine sichere Verifizierung, Authentifizierung und den sicheren Transfer von Daten durchzuführen.

Anwendung in HR und Recruiting

Welche Möglichkeiten ergeben sich jetzt durch Blockchains im Recruiting und allgemein im HR-Bereich? Zum einen geht es hier um Authentifizierung und Verwaltung, zum anderen aber auch um Stichworte wie den lebendigen Lebenslauf oder Smart Contracts.
Zunächst müssen Verifikationen von Daten und Zeugnissen nicht mehr von externen Behörden oder Banken durchgeführt werden, sondern können schneller, kostengünstiger und vor Ort in der Blockchain durchgeführt werden. Weiterhin ist es möglich, die Verwaltung der Mitarbeiterdaten durch Blockchains vorzunehmen. Lebensläufe, Anstellungsdauer, Position und Vergütung können alle über eine firmeneigene Blockchain verwaltet werden.
Neue Möglichkeiten ergeben sich auch für Bewerber selbst. Durch lebendige Lebensläufe können nicht nur schulische und berufliche Qualifikationen erfasst und direkt verifiziert werden, sondern auch relevante Seminare, Trainings und Onlinekurse können so Teil des Lebenslaufs werden. Ist ein Bewerber schließlich Mitarbeiter des Unternehmens, kann er direkt einen Smart Contract mit der Firma abschließen. Durch die Blockchain verwalten Algorithmen die Bezahlung und Leistungserbringung von Mitarbeitern. Der Vorteil darin ist, dass diese Algorithmen ihr Augenmerk auf Aufgaben und nicht auf Jobtitel legen, wie Personaler es meist tun.

Chancen und Kritikpunkte

Blockchains können in allen Bereichen helfen, in denen Prozesse sicherer, transparenter und effizienter gestaltet werden können. Durch eine firmeneigene Blockchain kann der Bewerbungsprozess für alle Beteiligten so transparent gestaltet werden, dass sich die Candidate Experience für Bewerber deutlich verbessert. Auch Smart Contracts erhöhen die Transparenz und auch Fairness im Unternehmen, da der Schwerpunkt auf den tatsächlichen Aufgabenbereichen liegt und nicht nur auf dem angegebenen Jobtitel.
Weiterhin lassen sich Verifizierungen und Authentifizierungen durch Blockchains schnell und kostengünstig durchführen. Der größte Vorteil ist aber wohl, dass es nahezu unmöglich ist, eine Blockchain zu hacken, da niemand weiß, welche Rechner genau Teil der Blockchain sind und diese zudem noch zeitgleich hacken müsste. Damit sinkt das Sicherheitsrisiko für Datenlecks enorm.
Doch sind Blockchains zur Verifizierung und Überprüfung von Daten wirklich notwendig? Welcher Personaler überprüft schon wirklich die angegebenen Noten des Bewerbers? Grundsätzlich wird dem Bewerber vertraut, dass er wahrheitsgemäße Angaben macht, überprüft wird nur in Einzelfällen.
Der größere Kritikpunkt ist aber wohl – mal wieder – der Datenschutz. Denn was ein mal in der Blockchain ist, bleibt auch in der Blockchain. Blockchains sind nicht dazu gedacht, gespeicherte Daten anschließend wieder zu löschen.

Blockchains als praktische Ergänzung

Ob Blockchains im Recruiting und im HR wirklich nötig sind, ist aktuell ein Streitpunkt. Die Möglichkeit zur schnellen Verifizierung und Authentifizierung von Daten ist zwar ein Vorteil, aber nicht unbedingt notwendig für den Einstellungsprozess, da nur die wenigsten Unternehmen wirklich die angegebenen Daten ihrer Bewerber verifizieren lassen.
Die Möglichkeiten, die großen Fortschritt bringen könnten, sind hingegen lebendige Lebensläufe und Smart Contracts. Hier vereinfachen Blockchains die Bewerbung sowie die anschließende Verwaltung der Mitarbeiterdaten. Wie jedoch schon erwähnt, ist der Datenschutz hier ein enorm wichtiges Thema, um das es sich in naher Zukunft zu kümmern gilt.
Sicher ist jedoch, dass die weitere Entwicklung der Blockchaintechnologie auch im HR-Bereich ein spannendes Thema bleibt.

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